Die Marktgemeinde Innichen zählt zu den ältesten Siedlungen Tirols und der Graue Bär gehört seit dem 14. Jh. zu einer der bekanntesten Adressen im Hochpustertal. Zusammen mit der weltbekannten Frau Emma Hellenstainer und dem Grand Hotel Toblach, heute ein bekanntes Kulturzentrum , hat der Graue Bär besonders in der Belle Epoque Tourismusgeschichte geschrieben.

Die wunderschöne Kultur- und Naturlandschaft des Hochpustertals begeistert seit jeher und hat schon namhafte Künstler wie Gustav Mahler, Clemens Holzmeister, Rudolf Stolz oder Peter Paul Rainer inspiriert. Der authentische Bezug zur Tradition und die typische Gastfreundschaft wird mit Stolz weitergegeben und auch noch heute liebevoll gepflegt.

Zur 550-Jahrfeier im Jahr 2012 hielt Altbürgermeister und jetziger Dorfhistoriker Dr. Josef Passler einen Vortrag zu Ortsgeschichte Innichens. Diesen möchten wir nun vollinhaltlich wiedergeben:
Bruchstücke von Tongefäßen, die man am Kranzhofbühel („Simmile“) am Innichberg gefunden hat, belegen, dass die Gegend von Innichen bereits in der Spätbronzezeit (um 1.300 v. Chr.) besiedelt war. Im Jahre 15 v. Chr. wurde das Pustertal unter die Oberhoheit der Römer gestellt. Im Zuge der Neuordnung des Römerreiches unter Kaiser Claudius um 50 n. Chr. wurde im Ostalpengebiet die Provinz Noricum eingerichtet, die unter anderem das gesamte Pustertal von der Mühlbacher Klause bis Lienz umfasste. Entlang der Fernstraße, die, von Aquileja ausgehend, über Friaul, Kärnten, Öst-, Süd- und Nordtirol und Bayern bis nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) führte, entstanden nach und nach römische Stationen, zunächst in Form von Militärstationen, so z. B. hier die Station Littam ...

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Die Marktgemeinde Innichen zählt zu den ältesten Siedlungen Tirols und der Graue Bär gehört seit dem 14. Jh. zu einer der bekanntesten Adressen im Hochpustertal. Zusammen mit der weltbekannten Frau Emma Hellenstainer und dem Grand Hotel Toblach, heute ein bekanntes Kulturzentrum , hat der Graue Bär besonders in der Belle Epoque Tourismusgeschichte geschrieben.

Die wunderschöne Kultur- und Naturlandschaft des Hochpustertals begeistert seit jeher und hat schon namhafte Künstler wie Gustav Mahler, Clemens Holzmeister, Rudolf Stolz oder Peter Paul Rainer inspiriert. Der authentische Bezug zur Tradition und die typische Gastfreundschaft wird mit Stolz weitergegeben und auch noch heute liebevoll gepflegt.

Zur 550-Jahrfeier im Jahr 2012 hielt Altbürgermeister und jetziger Dorfhistoriker Dr. Josef Passler einen Vortrag zu Ortsgeschichte Innichens. Diesen möchten wir nun vollinhaltlich wiedergeben:
Bruchstücke von Tongefäßen, die man am Kranzhofbühel („Simmile“) am Innichberg gefunden hat, belegen, dass die Gegend von Innichen bereits in der Spätbronzezeit (um 1.300 v. Chr.) besiedelt war. Im Jahre 15 v. Chr. wurde das Pustertal unter die Oberhoheit der Römer gestellt. Im Zuge der Neuordnung des Römerreiches unter Kaiser Claudius um 50 n. Chr. wurde im Ostalpengebiet die Provinz Noricum eingerichtet, die unter anderem das gesamte Pustertal von der Mühlbacher Klause bis Lienz umfasste. Entlang der Fernstraße, die, von Aquileja ausgehend, über Friaul, Kärnten, Öst-, Süd- und Nordtirol und Bayern bis nach Augusta Vindelicorum (Augsburg) führte, entstanden nach und nach römische Stationen, zunächst in Form von Militärstationen, so z. B. hier die Station Littamum, die sich in etwa zwischen dem heutigen Pflegplatz im Westen, der „Burg“ im Süden, der Drau im Norden und der heutigen Johann-Scheiber-Straße im Osten erstreckte. Littamum scheint bis um 500 n. Chr. bestanden zu haben.

Um die Mitte des 6. Jahrhunderts waren die Slawen drauaufwärts bis nach Osttirol vorgedrungen und hatten sich dort sesshaft gemacht. Zwischen ihnen und dem germanischen Stamm der Bajuwaren kam es ab dem Jahr 593 zu erbitterten Kämpfen, aus denen nach 20-jährigem Ringen die Bajuwaren als Sieger hervor-gingen. Die Angst vor einem erneuten Einfall der Slawen blieb aber bestehen. So war es wohl kein Zufall, dass Herzog Tassilo III. von Bayern im Jahre 769 dem Abt Atto von Scharnitz einen
bedeutenden Landstrich an der Ostseite der Grafschaft Pustertal, nämlich das Gebiet zwischen Welsberg und Abfaltersbach, zur Anlage eines neuen Klosters geschenkt hat, eine Gegend, die bis dahin als leer und un-bewohnbar gegolten hatte (campus gelau = Eisfeld). Mag auch in der Schenkungs-urkunde als Hauptgrund der Gebietsüberlassung die Gründung eines Klosters zwecks
Missionierung der Slawen angeführt sein, so dürften doch auch strategische Gründe eine entscheidende Rolle gespielt haben. Abt Atto von Scharnitz wurde 783 Bischof von Freising, was zur Folge hatte, dass Innichen mit allen Besitzungen diesem Hochstift einverleibt wurde. Der jeweilige Fürstbischof von Freising war mit einer sehr kurzen Unterbrechung fortan weltlicher Herr nicht nur über Innichen, sondern über das gesamte Hochpustertal. Kaiser Otto I. erhob Innichen im Jahre 965 zur Herrschaft und verlieh dieser das Recht der Immunität (Reichsunmittelbarkeit). Mit einfachen Worten, Innichen wurde ein
selbständiger Herrschaftsbereich, dessen weltlicher Herr der Fürstbischof von Freising war. Kaiser Otto I. übergab der Herrschaft Innichen auch weite Gebiete in der Grafschaft Treviso und in der Gegend von Vicenza, so dass sich das Gebiet der Herrschaft Innichen für etwa 150 Jahre bis hinunter in die venetianische Ebene erstreckte. Die Herrschaft Innichen erreichte im Hochmittelalter, also im 12. und 13. Jahrhundert, ihre absolute Blütezeit. (Im 13. Jahrhundert kolonialisierten Bauern-familien aus der Gegend von Innichen einige Landstriche in den Bergen nordöstlich des heutigen Tolmin in Slowenien und gründeten dort sechs Gemeinden, darunter Rut, Grant und Zars (Kontakte aufgenommen).

Das Benediktinerstift Innichen, das älteste Stift Gesamttirols, wurde um 1140 in ein Kollegiatstift umgewandelt. Es wurde also nicht mehr von Mönchen, von den Benediktinern, sondern von sogenannten Weltpriestern geleitet und belebt. Dieses Kollegiatstift wurde in kirchlicher Hinsicht von Freising unabhängig – es unterstand kirchlich fortan dem Bischof von Brixen – der Freisinger Bischof war nun nur mehr, vertreten durch den freisingischen Pfleger, weltlicher Herr über Innichen oder über das, was letztendlich von der Herrschaft Innichen übrig geblieben war, und blieb es bis zur Säkularisation im Jahre 1803.

Die Herrschaft Innichen (seit etwa 1285 als „Hofmark“ bezeichnet) erfuhr nämlich bald Bedrückungen verschiedenster Art. Wie andere geistliche Fürstentümer musste sich auch der Freisinger Bischof zum Schutz seiner Rechte und Besitzungen im
Hochpustertal Vögte bestellen. Dabei war man gezwungen, die Vogtei den mächtigsten Adelsgeschlechtern zu überlassen, nämlich zunächst den Grafen von Andechs, dann den Grafen von Görz und, nach deren Aussterben, endlich den Grafen von Tirol. Aber anstatt das Gebiet des Bischofs zu beschützen, entrissen die Vögte diesem im Laufe der folgenden Jahrhunderte den allergrößten Teil seiner Besitzungen, so dass diesem am Ende nur mehr ein Bruchteil seiner einstigen Herrschaft übrig blieb.
nämlich das Zentrum der Ortschaft Innichen innerhalb der drei Brücken (Tranerbrücke = Raffilebrücke im Westen, Schuelerbrücke = Botenbrücke im Osten und der Bruggen bei der Schmitten = Zimmererbrücke im Süden).

Am 15. Juli 1303 verlieh König Albrecht II. Innichen das Wochenmarktrecht. (Innichen ist nach Matrei in Osttirol die älteste Marktgemeinde Tirols.) Durch die Verleihung dieses Marktrechtes wäre nun für Innichen die Voraussetzung gegeben gewesen ein überörtliches Zentrum wirtschaftlichen Lebens zu werden. Es ist naheliegend, dass die Freisinger Fürstbischöfe aus Innichen eine Stadt machen wollten. Dass Innichen trotz guter Voraussetzungen eine Stadt wurde, wussten die Vögte, die Grafen von Görz, mit allem Nachdruck zu verhindern. Diesen war nämlich die Vorstellung, dass neben ihrer Residenzstadt Lienz ein zweites
Handelszentrum entstehen würde, das zudem dem Hochstift Freising unterstellt war, ein Dorn im Auge. 1349 zerstörten und schleiften sie die Burg Habersberg beim Kranzhof, den Sitz der freisingischen Pfleger, und machten dadurch dem Versuch der Freisinger Bischöfe, aus Innichen eine Stadt zu machen, ein für allemal ein Ende.

Die Ortsanlage, die sich nach der Markterhebung langsam entwickelte, hatte aber durchaus kleinstädtischen Charakter. Das Zentrum der Ortschaft war damals schon der Platz westlich der Pfarrkirche (heute Michaelsplatz), von wo auch die drei
Hauptstraßen abzweigten: die Obergasse (Sextnerstraße) nach Süden, die Tranergasse (Peter-Paul-Rainer-Straße) nach Westen und die Schuelergasse (Herzog-Tassilo-Straße) nach Osten. Hier entstanden auch die ersten Gasthäuser von Innichen: der Graue Bär, der Schwarze Adler, das Weiße Rössl, später auch der Fuchs Bäck oder Gasthof Wiesthaler.
Am 16. Oktober 1413 wurde Innichen durch einen Großbrand zum größten Teil zerstört, darunter auch die Stiftskirche. Dieses an sich schreckliche Ereignis verlieh dem Marktflecken unerwartete neue wirtschaftliche Impulse. Warum? Infolge der Brandhitze war aus dem etwa 200 Jahre alten hölzernen Corpus der Kreuzi-gungsgruppe Pech ausgetreten, was von den Leuten allen Ernstes als Blut Christi interpretiert wurde. Die Nachricht verbreitete sich in Windeseile, und Innichen wurde schon bald einer der am häufigsten besuchten Wallfahrtsorte des Ostalpenraums. Neben Geldspenden kamen in der Folge auch zahlreiche Pilger aus allen Teilen des Habsburgerreiches und aus Bayern zum „großen Herrgott“ oder zum „Blut schwitzenden Heiland“ nach Innichen. Auch anlässlich der prunkvollen Prozessionen zu den verschiedensten Anlässen und der Aufführungen der bekannten Mysterien- oder Weihespiele strömten viele Menschen nach Innichen. Es kam zur Gründung von Bruderschaften, so der Hl-Kreuz-Bruderschaft, einer der ältesten Bruderschaften des Landes, die nicht nur im Pustertal, sondern in allen Ländern des großen Habsburgerreiches
sowie in Bayern Mitglieder hatte (1771 über 8.000), die regelmäßig nach Innichen pilgerten.

Gleichzeitig wurden meist auch Märkte abgehalten. Die Pilger und Händler mussten verköstigt und beherbergt werden. Die Aufnahme und Verpflegung von Fremden war im Mittelalter nach dem ungeschriebenen Gebot der Gastfreundschaft zwar jeder-manns Pflicht, doch gab es auch viele vornehme Reisende und Pilger, denen man mehr als eine bescheidene Unterkunft in
Privathäusern oder in Ställen und Scheunen bieten wollte. Es kam zur Neugründung von Gasthäusern, und dass auch Kaufleute und Handwerker von dieser Frühform des Fremdenverkehrs profitierten, liegt auf der Hand. Innichen erlebte sozusagen eine zweite Blütezeit, einen wirtschaftlichen Aufschwung. Die Blütezeit wurde aber jäh unterbrochen, als im Jahre 1554 zum zweiten Mal ein Großbrand die gesamte Ortschaft zerstörte. Mit viel Mühe und Fleiß wurde Innichen zwar wieder aufgebaut, seine einstige Größe und Bedeutung konnte es jedoch in den kommenden Jahrhunderten nicht mehr erreichen, umso mehr, als während des 30jährigen Krieges in den Jahren 1634 bis 1636 die Pest etwa ein Drittel seiner Bewohner dahinraffte. Erst im 18. Jahrhundert erlebte Innichen wieder eine wirtschaftliche Erholung, wobei es besonders das Handwerk zur Blüte brachte.
Ich erinnere hier nur an die Innichner Handschuhmacher, die europaweit und sogar in Amerika einen hervorragenden Ruf genossen.

Der Vollständigkeit halber wird angeführt, dass große Teile von Innichen ein drittes Mal, nämlich im Jahre 1735, einem Großbrand zum Opfer fielen. Auf die zweimalige Aufhebung des Stifts durch Kaiser Joseph II. (1785) bzw. durch die Bayern (1808) und dessen zweimalige Wiedererrichtung durch Kaiser Franz II. (1798 und 1818) kann ich hier aus Zeitgründen nicht näher eingehen.

1803 wurden im Zuge der Säkularisation die vielen geistlichen Fürstentümer aufgelöst und deren Besitzungen in der Regel den umliegenden weltlichen staatlichen Gebilden eingegliedert. So endete auch in Innichen die Herrschaft des Fürstbischofs von Freising (oder was davon übrig geblieben war); Innichen kam zu Tirol, zum Bezirksgericht Sillian und zur Bezirkshauptmannschaft Lienz.

Eine gewaltige Zäsur in der Geschichte von Innichen stellt die Eröffnung der Pustertalerbahn im Jahre 1871 dar. Sie wurde zwar, ähnlich wie die Dolomitenstraße 1860 bis 1909, vorwiegend aus strategischen Gründen in einer Rekordzeit von nur zwei Jahren gebaut, veränderte aber grundlegend das bestehende Wirtschaftsgefüge des gesamten Pustertals und somit auch Innichens. Einerseits bedeutete die Inbetriebnahme der Bahn das Ende des Transitverkehrs über den Kreuzberg und das Ende vieler
heimischer Gewerbebetriebe, andererseits gab sie dem kurz vorher aufgekommenen Tourismus, insbesondere dem Alpintourismus, neue starke Impulse und führte zu einem ungeahnten Aufschwung auf wirtschaftlichem Gebiet. Denn so wie heute profitierten damals schon neben dem Baugewerbe auch andere Wirtschaftszweige vom Tourismus. Es kam geradezu zu einem Bauboom. Die Zahl der Gastbetriebe verdoppelte sich in kurzer Zeit; es entstanden aber auch viele private Wohnungen, die zum Teil als Ferienwohnungen an Feriengäste vermietet wurden. Es ist bemerkenswert, dass es, zum Unterschied von anderen aufstrebenden Fremdenverkehrsgemeinden, in Innichen keine Gegenbewegung von kirchlicher Seite gegen den Tourismus gab. Dies ist wohl in erster Linie dem gegenüber allem Neuen sehr aufgeschlossenen Dr. Josef Walter, von 1887 bis 1915 Propst von Innichen, zu verdanken. Er sah im Unterschied zu vielen Dorfpfarrern im Fremdenverkehr nicht unbedingt eine Gefahr für Glauben und gute Sitten, sondern er unterstützte das Vereinsleben und war besonders an der Tätigkeit des im Jahre 1893 gegründeten Verschönerungsvereins interessiert.

Dem wirtschaftlichen Aufschwung, ja dem erreichten bescheidenen Wohlstand bereitete der 1. Weltkrieg ein abruptes Ende. Die Folgen des 1. Weltkrieges für unser Land, insbesondere die Angliederung Südtirols und, im Widerspruch zum Londoner Geheimvertrag vom April 1915 der geographisch zu Osttirol gehörenden Gemeinden Sexten, Innichen, Vierschach, Winnebach und Innichberg an Italien, sind hinlänglich bekannt, weswegen ich hier nicht näher darauf eingehen möchte, zumal ich die mir zur Verfügung gestellte Zeit bereits erreicht, wenn nicht überschritten habe.

Folgende Impulse haben auf die Entwicklung des Innichner Fremdenverkehrs wesentlichen Einfluss gehabt:

  • das Wildbad Innichen
  • die Einquartierung durchziehender Truppen
  • die Gründung des Deutsch-Österreichischen Alpenvereins
  • die Erhebung des örtlichen Spitals zu einem allgemeinen öffentlichen Krankenhaus im Jahre 1833,
  • das Vorhandensein einer Apotheke, lange Zeit der einzigen im gesamten Hochpustertal,
  • der Bau der Kaiser-Franz-Josef Kaserne (der heutigen Cantore-Kaserne) durch und auf Kosten der Gemeinde Innichen in den Jahren 1908-1911, wodurch Innichen zu einem Garnisonsstädtchen werden sollte (was dann der 1.Weltkrieg verhinderte)

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